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Make Sunsets: Wetterkontrolle und die Geoengineering-Kontroverse


Soldat startet Wetterbalong

In der Welt der Startups gibt es immer wieder Geschichten, die nicht nur faszinierend, sondern auch äußerst kontrovers sind. Eine dieser Geschichten dreht sich um das Startup "Make Sunsets."


Das Unternehmen hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Wetter zu kontrollieren und die Temperaturen zu senken, und das auf eine Weise, die die sogenannte Geoengineering-Kontroverse neu entfacht hat.


In diesem Artikel werden wir genauer untersuchen, worum es bei "Make Sunsets" geht, welche Ziele das Unternehmen verfolgt und warum es so umstritten ist.



Make Sunsets: Die Idee hinter dem Startup


Das Startup "Make Sunsets" wurde von Luke Iseman gegründet. Die Idee dahinter ist so simpel wie ambitioniert: das Wetter zu kontrollieren, indem man reflektierende Partikel in die Stratosphäre abgibt.


Dieser Ansatz erinnert an das Konzept des sogenannten Solar Geoengineering, bei dem durch die Freisetzung von Schwefelpartikeln in der Atmosphäre versucht wird, Sonnenstrahlen zu reflektieren und so die Erwärmung der Erde zu verlangsamen.


Was auf den ersten Blick nach Science-Fiction klingt, basiert auf wissenschaftlichen Prinzipien, die uns die Natur selbst vorführt.


Immer wenn ein großer Vulkanausbruch stattfindet, werden große Mengen Schwefeldioxid in die Atmosphäre geschleudert. Diese Partikel reflektieren das Sonnenlicht und führen zu einer vorübergehenden Abkühlung der Erde.


Ein berühmtes Beispiel für diesen Effekt war der Ausbruch des Vulkans Pinatubo auf den Philippinen im Jahr 1991, der zu einer globalen Abkühlung führte.


Die Gründer starten den Ballon mit Schwefel
Andrew Song und Luke Iseman, die Gründer von Make Sunsets, bei ihrer Einführung in Nevada. ©Make Sunsets


Make Sunsets in Aktion: Regen produzieren und die Temperatur senken


Das Ziel von "Make Sunsets" ist nicht nur die Temperatursenkung, sondern auch die gezielte Regenproduktion. Indem Schwefelpartikel in die Stratosphäre abgegeben werden, hofft das Startup, die Bildung von Regenwolken zu fördern und dadurch Trockenperioden zu bekämpfen.


Dies könnte besonders in von Dürren betroffenen Gebieten von großem Nutzen sein.


Die Idee, das Wetter zu kontrollieren und die Temperaturen zu senken, ist zweifellos verlockend, insbesondere angesichts der wachsenden Herausforderungen des Klimawandels.


Die Vorstellung, eine Art "Klima-Thermostat" zu haben, klingt verlockend. Allerdings ist die Umsetzung eines solchen Vorhabens äußerst umstritten und wirft eine Vielzahl von Fragen auf.



Die Geoengineering-Kontroverse und ethische Bedenken


Geoengineering, zu dem auch die Techniken von "Make Sunsets" zählen, ist eines der umstrittensten Themen in der Klimadebatte.


Ethische Bedenken, unbeabsichtigte Konsequenzen und das Fehlen einer internationalen Governance sind nur einige der Herausforderungen, die mit dieser Art von Technologie verbunden sind.


Die Befürworter argumentieren, dass Geoengineering eine Möglichkeit bietet, den Klimawandel zu verlangsamen, wenn nicht sogar umzukehren.


Sie betonen die Dringlichkeit des Problems und glauben, dass solche Techniken notwendig sind, um die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels zu verhindern.



Die Gründer verbrennen Schwefel mit einem Grill
Luke Iseman und Andrew Song nutzen einen Grill, um Schwefelpulver zu verbrennen und den entstehenden Rauch in einem Plastikbeutel aufzufangen. (Foto: Balaz Gardi)

Make Sunsets und die Dringlichkeit des Klimawandels


Luke Iseman, der Gründer von "Make Sunsets," betont die Dringlichkeit des Klimawandels als treibende Kraft hinter seinem Unternehmen. Er glaubt, dass radikalere Maßnahmen erforderlich sind, um den Klimawandel zu bekämpfen.


In einem Interview äußerte er sich wie folgt: "Es ist meiner Meinung nach moralisch falsch, dies nicht zu tun. Es geht darum, dies so schnell und sicher wie möglich zu tun."



Die umstrittene Debatte um Geoengineering


Trotz der leidenschaftlichen Überzeugung von Luke Iseman und anderen Befürwortern von Geoengineering gibt es auch eine erhebliche Menge an Kritik und Bedenken.


Ein Hauptanliegen ist die fehlende wissenschaftliche Grundlage für die Umsetzung solcher Technologien. Bislang gibt es nur begrenzte Forschung über die tatsächlichen Auswirkungen von Geoengineering.


Janos Pasztor, der Geschäftsführer der Carnegie Climate Governance Initiative, betont, dass der gegenwärtige Stand der Wissenschaft nicht ausreicht, um Geoengineering zu rechtfertigen oder abzulehnen, geschweige denn zu implementieren.


Er vergleicht die Durchführung von Geoengineering auf diesem Stand mit dem umstrittenen Vorgehen des chinesischen Wissenschaftlers He Jiankui, der die DNA von Embryonen bearbeitete, als die wissenschaftliche Gemeinschaft noch über Sicherheit und Ethik debattierte.



Ein Ballon in der Stratosphäre
Ein Ballon in der Stratosphäre (Foto: Make Sunsets)

Die Zukunft von Make Sunsets


"Make Sunsets" hat trotz der Kritik und Kontroversen bereits erste Ballonstarts durchgeführt. Das Unternehmen plant, seine Bemühungen zu verstärken und stärker in die Forschung und Entwicklung zu investieren.


Wie die Zukunft des Geoengineerings und der Versuch, das Wetter zu kontrollieren, aussehen wird, bleibt abzuwarten.


Fazit: "Make Sunsets" ist ein Startup, das sich in einem äußerst umstrittenen Bereich bewegt. Die Idee, das Wetter zu kontrollieren und die Temperaturen zu senken, ist faszinierend, wirft jedoch viele ethische und wissenschaftliche Fragen

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